Alles, was Sie über geförderte Weiterbildung wissen müssen

Der Bildungsgutschein ist ein Instrument der Bundesagentur für Arbeit, um Arbeitssuchende oder von Jobverlust bedrohte Arbeitnehmer gezielt zu fördern: Umschulungen oder Weiterbildungen können mit einem Bildungsgutschein gefördert werden.

Das schließt nicht nur die Kosten für die eigentliche Weiterbildung ein, sondern inkludiert auch Fahrtkosten, Unterbringungskosten und Kosten für eine eventuelle Kinderbetreuung. Wie eine geförderte Weiterbildung abläuft – vom Antrag auf den Bildungsgutschein bis zum erfolgreichen Abschluss und dessen Wirkung.

Wie man einen Bildungsgutschein bekommt

Der Bildungsgutschein zur Finanzierung einer beruflichen Weiterbildung kann bei der Bundesagentur für Arbeit oder beim Jobcenter beantragt werden. Um den Gutschein zu erhalten, muss der Antragsteller dort eine individuelle Beratung in Anspruch nehmen und zudem in eine der folgenden Gruppen fallen:

  • ALG I Empfänger
  • Hartz-IV-Empfänger oder Empfänger anderer Leistungen nach SGB II
  • Kurzarbeit-Beschäftigte
  • Arbeitslose mit (abgeschlossener) Ausbildung oder 3 Jahren Berufserfahrung
  • Arbeitssuchende im Sinne eines Arbeitnehmers, der akut von Jobverlust bedroht ist (Kündigung droht, Arbeitsvertrag läuft aus, …)

Wie wichtig der Bildungsgutschein ist, wird klar, wenn man sich die finanziellen Abhängigkeiten eines Menschen anschaut (Kreditvertrag, private Altersvorsorge, KFZ, …). Kaum jemand hat da noch Geld für einen Luxus wie Weiterbildung oder Umschulung übrig. Umso besser, dass auch Arbeitssuchende der letztgenannten Gruppe gefördert werden.

Das wird mit dem Bildungsgutschein gefördert:

Wie eingangs bereits angeklungen kann mit dem Bildungsgutschein nicht nur die Weiterbildung selbst gefördert werden. Neben den Kosten für Seminare und Lehrgänge werden auch Fahrtkosten, Unterbringungskosten oder Kinderbetreuungskosten finanziert.

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Der Bildungsgutschein: Erhalt und Inhalt mit Voraussetzungen

Wenn die Förderung genehmigt wird, erhält man von der Bundesagentur für Arbeit einen Bildungsgutschein. Dieser beschreibt nicht nur die Garantie der Kostenübernahme von Weiterbildungen. Er stellt auch ein Bildungsziel und die Dauer zum Erreichen dieses Ziels dar. Zudem ist er regional beschränkt und mit einem Verfallsdatum versehen (Gültigkeit in der Regel 3 Monate ab Ausstellung).

Bildungsträger suchen und Bildungsgutschein einlösen

Inhaber eines Bildungsgutscheins können diesen bei einem Bildungsträger, der nach SGB II eine Träger- und Maßnahmezulassung hat, einlösen. Weiterbildungsmaßnahmen werden in einem persönlichen Beratungsgespräch konkretisiert. Durch das Feststehen der Bildungsmaßnahme steht auch fest, ob eine Weiterbildung oder eine Umschulung vorliegt. Gerade deshalb ist das Beratungsgespräch auch wichtig: Wechselt man die Karriereleiter, weil sie zu schmal wird, riskiert aber, bei der neuen weiter unten anzufangen? Oder lohnt sich der Sprung, beispielsweise, weil die Distanz so kurz ist, dass man vielleicht gar keine Stufe absinkt? Vielleicht ist eine Spezialisierung, sprich Weiterbildung, effektiver? Solche Fragen sind nach einem Beratungsgespräch beantwortet. Auch stehen Start- und Endtermin der Bildungsmaßnahme fest.

Weiterbildung oder Umschulung erfolgreich abgeschlossen – was dann?

Nach der Bildungsmaßnahme ist man theoretisch bereit für den Job, auf den die Maßnahme abgezielt hat. Im Falle einer Weiterbildung arbeitet man nun in einem größeren Verantwortungsbereich, bei einer Umschulung wiederum sogar in einer ganz anderen Branche. Dank der Weiterbildung sollte es nun leichter fallen einen Job zu finden. Genau das macht man übrigens direkt nach der Bildungsmaßnahme, dasselbe, wie davor: Einen Job suchen. Schnell wird sich zeigen, wie sehr sich der Bildungsgutschein bzw. die Weiterbildung oder Umschulung gelohnt hat.

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