Haarausfall – Welche Mittel und Methoden helfen wirklich?

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Phänomen, das sowohl bei Männern als auch Frauen auftreten kann. Bei vielen Betroffenen besteht ein enormer Leidensdruck, weil der Haarverlust negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl hat. Denn volles Haar wird mit Kraft, Vitalität, Durchsetzungsfähigkeit, Jugendlichkeit und Potenz gleichgesetzt.

Ursachen für Haarausfall

Die Ursachen für Hausausfall sind vielschichtig und benötigen dementsprechend unterschiedliche Behandlungsmethoden. Die häufigste Ursache für den Haarverlust ist der genetisch bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie).

In Deutschland sind bis zu 80 Prozent der Männer davon betroffen. Auch bei Frauen ist Haarausfall oft erblich bedingt, den Statistiken zufolge jede zweite Frau. In der Forschung herrscht eine einheitliche Meinung, dass die androgenetische Alopezie nicht durch die Ernährung oder die im Handel erhältlichen Haarmittel erfolgreich behandelt werden kann.

Minoxidil – Äußere Anwendung auf hormoneller Basis

Der Wirkstoff Minoxidil (Markenname Regaine) hat eine blutdrucksenkende Wirkung und wird als ein Mittel gegen Bluthochdruck angewendet. Des Weiteren bewirkt der Wirkstoff eine Verlangsamung des Haarausfalls. Das Mittel gegen Haarausfall ist ein auf hormoneller Basis wirkender Arzneistoff, welcher zufriedenstellende Ergebnisse erzielen kann. Minoxidil wird als Schaum oder eine 2% – 5% Lösung direkt auf die Kopfhaut aufgetragen.
mittel gegen haarausfall
Die Anwendung findet bei einem bereits geschwächten Haarfollikel statt. In 70 bis 80 Prozent der Fälle lässt sich der erblich bedingte Haarausfall durch die Anwendung von Minoxidil aufhalten. Und bei 30 Prozent der Betroffenen stellt sich ein erneuter Haarwuchs ein. Eine anhaltende Wirkung erzielen die Betroffenen, indem sie die Behandlung ohne Unterbrechungen durchführen.

Finasterid – Effektives Mittel gegen Haarausfall

Finasterid (Markenname Propecia) ist ein effektives Präparat gegen Haarausfall. Der Wirkstoff Finasterid ist ein Arzneistoff zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Seit den Neunziger Jahren wird der Wirkstoff auch bei Haarausfall angewendet. Die Einnahme des Präparats sollte nicht unterbrochen werden, damit die gewünschte Wirkung erzielt wird.

Eine Behandlung mit Finasterid ist dann sinnvoll, wenn die Haarfollikel noch ausreichend aktiv sind. Sichtbare Ergebnisse sind nach drei Monaten bemerkbar. Deshalb sollten die Betroffenen das Präparat mindestens sechs Monate einnehmen, um eine effektive Behandlung zu gewährleisten.

Neun von zehn Männern erhalten dank des Wirkstoffs positive Ergebnisse. Finasterid erzielt eine starke und zufriedenstellende Wirkung, weil der Wirkstoff in den Hormonhaushalt eingreift. Bei androgenetischer Alopezie und mit zunehmendem Alter reagieren die Haare während ihrer Wachstumsphase überempfindlich auf das Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT). Das DHT ist somit für das Absterben der Haarfollikel verantwortlich. Das Geschlechtshormon wird gebildet, indem ein Enzym das Testosteron umwandelt. Die Wirkung von Finasterid besteht darin, das Enzym zu hemmen und dadurch den DHT-Gehalt in der Kopfhaut zu senken. Dadurch entwickeln sich die aktiven Haarfollikel ungestört weiter und bleiben aktiv.

Minoxidil und Finasterid – Gibt es Nebenwirkungen?

Die in Minoxidil-Präparaten enthaltenen Inhaltsstoffe können bei der Anwendung eine Überempfindlichkeit und allergische Reaktionen auslösen. Die Folgen sind Juckreiz, Schuppen und Akne auf der Kopfhaut. Bei schweren Hautreaktionen sollte das Minoxidil-Präparat abgesetzt werden.

Die Nebenwirkungen von Finasterid sollten ebenfalls nicht unterschätzt werden. Einige Ärzte stehen dem Wirkstoff Finasterid kritisch gegenüber. Forscher des medizinischen Instituts der Universität Boston weisen darauf hin, dass die jahrelange Einnahme von Finasterid einen schweren und nicht abschätzbaren Eingriff in den Hormonhaushalt zur Folge hat. Laut aktuellen Erkenntnissen bestehe die Gefahr, dass die regelmäßige Einnahme von Finasterid zu unerwünschten und irreversiblen Nebenwirkungen führt.

Die neuste Studie von der Feinberg School of Medicine in Chicago untersuchte 12.000 Nutzer des Mittels und ermittelte nachfolgend beschriebene Ergebnisse. Demnach litten 1,4 Prozent (167 Männer) unter einer erektilen Dysfunktion. Je länger das Mittel eingenommen wird, desto höher ist die Gefahr negativer Effekte.

Zu weiteren Nebenwirkungen zählen Libido-Schwäche, Ejakulationsstörungen, das Wachsen von Männerbrüsten und Depressionen. Personen, die zu depressiven Verstimmungen neigen, sollten das Medikament daher nicht einnehmen. Bei schwangeren Frauen kann die Einnahme von Finasterid fehlgebildete äußere Geschlechtsorgane der männlichen Föten verursachen. Frauen vor der Menopause dürfen das Präparat nicht einnehmen. Nehmen Männer Finasterid ein, so dürfen sie kein Blut spenden.

Plastische Chirurgie – eine effektive Methode

Plastische Chirurgie gehört zu den effektivsten Methoden gegen Haarausfall. Dabei sind verschiedene Verfahren denkbar. Dazu gehören die Haartransplantation, die Reduktion der Kopfhaut und die Flap-Operation. Wenn Betroffene unter einem partiellen Haarausfall an der oberen Seite des Kopfes leiden, dann eignet sich eine Haartransplantation. Dafür entnimmt der Chirurg die Haare vom Hinterkopf und den Seiten und setzt diese an die zu behandelnden Stellen wieder ein. Diese Methode ist nicht für jeden Betroffenen geeignet. Wichtige Faktoren wie Haarstruktur, Alter und die Ursache spielen bei der Entscheidung eine große Rolle.

Das schonendste Verfahren stellt die I-FUE -Methode dar, weil sie narben- und schnittfrei durchgeführt werden kann. Bei der Kopfhaut-Reduktion wird die kahle und haarlose Kopfhaut entfernt, um anschließend das follikelreiche Kopfhautgewebe um die Partie herum zu dehnen. Dieses Verfahren eignet sich für besondere Fälle. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sie nach zwei Jahren wiederholt werden muss.

Bei der Flap-Operation klappt der Chirurg eine gesunde Partie Kopfhaut über eine kleine betroffene Stelle. Eine Beratung bei einem Spezialisten für Haarerkrankungen und Haartransplantation ist ratsam. Mithilfe der Ursachenforschung kann der Arzt eine umfassende Diagnose stellen und mit der passenden Behandlung beginnen.

Fazit

Haarausfall ist nicht nur ein optisches Problem, sondern kann bei Betroffenen auch einen seelischen Leidensdruck auslösen. Um die Ursache für den Haarverlust herauszufinden, ist ein Besuch bei einem Spezialisten für Haarerkrankungen ratsam. Ist ein erblich bedingter Haarausfall die Ursache für den Haarverlust, so sollten unterschiedliche Behandlungsmethoden miteinander verglichen werden.

Dabei eignen sich nicht alle Mittel und Methoden für jeden Betroffenen und müssen deshalb mit dem Arzt besprochen werden. Als tatsächlich wirksam sind die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid eingestuft. Ob eine Einnahme sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden. Nicht zu unterschätzen sind die Nebenwirkungen und die nicht abschätzbaren Folgen der Einnahme. Außerdem müssen die hohen Kosten für die jahrelange Behandlung bedacht werden. Plastische Chirurgie ist ein effektives und erfolgreiches Verfahren, um den Haarausfall zu behandeln. Doch auch hier müssen die Risiken und die Kosten bedacht werden.

Bildquelle: pixabay.com

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