Verhütung per Sterilisation

Sterilisation beim Mann oder bei der Frau

Eine Sterilisation bedeutet die Unfruchtbarmachung des männlichen oder weiblichen Körpers, indem der Samenleiter oder die Eileiter durchtrennt werden. Dadurch ist der Samenfluss beim Mann bzw. die Wanderung der weiblichen Eizelle unterbrochen, sodass keine weitere Fortpflanzung mehr möglich ist.

Aufgrund dieser Methode liegt der Pearl-Index, der die Sicherheit von Verhütungsmitteln kennzeichnet, bei 0,1 bis 0,3. Dies bedeutet, dass statistisch gesehen nach einer Sterilisation unter 1000 Frauen eine bis drei schwanger werden können.

Im Vergleich dazu wird das Kondom mit einem Pearl-Index von 2 – 12 eingestuft.

Vasektomie, die Sterilisation des Mannes

Es erfolgt ein Eingriff unter örtlicher Betäubung, bei dem die direkt unter der Haut liegenden Samenleiter durchtrennt werden. Die Durchführung einer Vasektomie ist relativ schnell und kann ambulant im Krankenhaus oder in der urologischen Praxis vorgenommen werden.

Als temporäre Nachwirkung kann nach dem Eingriff der Hodensack anschwellen, in wenigen Fällen kommt es zu einer chronischen Schmerzentwicklung im Unterleib. Die sexuelle Erlebnisfähigkeit wird nicht eingeschränkt. Es kommt auch nach wie vor zu einer Ejakulation, die jedoch keine Samenfäden mehr enthält.

Tubenligatur, die Sterilisation der Frau

Eine Tubenligatur wird meistens unter Vollnarkose durchgeführt, da der Eingriff komplexer ist.

Per Eingriff in den Bauchraum bzw. einer Bauchspiegelung werden die beiden Eileiter durchtrennt. Nach einer neueren Methode wird unter Betäubung ein weicher Stift in den Eileiter geschoben, dieser blockiert die Ovulation.

Die Tubenligatur hat ein erhöhtes Narkoserisiko und in wenigen Fällen können Komplikationen wie innere Blutungen oder Organ- und Gewebeverletzungen auftreten.

Auch bei der weiblichen Sterilisation wird die sexuelle Erlebnisfähigkeit nicht beeinträchtigt. Als langfristige Nachwirkung kann es einer unzureichenden Blutversorgung der Eierstöcke kommen, die die Produktion der Ovare als auch der Sexualhormonen beeinträchtigen können. Unter seltenen Umständen kann es daher zu einem vorzeitigen Eintreten der Menopause kommen.

Entscheidungshilfen

Eine Sterilisation beim Mann oder bei der Frau ist grundsätzlich unumkehrbar. Der Mann oder die Frau wird unfruchtbar. Das Gelingen einer Rückoperation und Wieder-Fruchtbarmachung sind gering und mit Risiken verbunden.

Von daher sollte die Entscheidung einer Sterilisation gut überlegt sein. Ein vorschneller und unreifer Entschluss können bis ans Lebensende akute seelische Probleme mit sich bringen.

Bei Partnern, die keine (weiteren) Kinder haben möchten, steht zudem die Überlegung im Raum, wer von beiden sich sterilisieren lässt. Nach ärztlichen Gesichtspunkten wird hier das Alter, die Gesundheit sowie die psychische Verfassung des infrage kommenden Partners ins Auge genommen. Die letztendliche Entscheidung einer Sterilisation wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit einem Facharzt getroffen.

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